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Eine Ewigkeit "Frohsinn"

Empfang zum Hundertjährigen

„Musik, du himmlisches Gebilde!" Mit diesem Text aus Sieglers "Festgesang" begrüßte der Chor musikalisch die Gäste, die am Pfingstsamstag den Weg zum Jubiläumsempfang – 100 Jahre Quartettverein "Frohsinn" – gefunden hatten. Vereinsvorsitzender Jürgen Scheele konnte zahlreiche Ehrengäste wie den Vorstandsvorsitzenden der Genobank und Schirmherr des Jubiläums, Heinz-Georg Anschott, den Ersten Bürgermeister unserer Stadt, Rudolf Jelinek, die Ratsfrau Walburga Isenmann sowie den Ersten Bürger der  Ruhralbinsel, Manfred Kuhmichel willkommen heißen. Ebenso den Kulturbeauftragten der Stadt Essen für den Bereich Ruhrhalbinsel, Wilhelm Kohlmann und den Vorsitzenden des Essener Sängerkreises Klaus Springenberg wie auch den Kreis-Chorleiter Guido Lorger. Sein herzlicher Willkommensgruß galt auch den Delegationen der Sangesfreunde vom Velberter Männerchor 1863 und vom MGV Liederfreund 1880 Hattingen-Welper sowie den Abordnungen der örtlichen Vereine, den Sängern, Sängerfrauen und Ehrenmitgliedern des Chores und allen, die sich mit „Frohsinn“ verbunden fühlen. In seiner Begrüßungsrede hinterfragte Jürgen Scheele die mutmaßliche Motivation der Vorgänger, diese Chorgemeinschaft vor langer Zeit gegründet zu haben und warum wir sie in ihrem Sinne weiterführen. Er führte aus, dass es die Summe von Gemeinsamkeiten wie die einer großen Leidenschaft, der familiären Herkunft und die Liebe zur Heimat sei, welche ja einmal auf Kohle und Stahl begründet wurde und auf die alle sehr stolz wären. Dann sei es noch der christliche Glaube – auch deshalb würde gerne und oft zu verschiedensten Anlässen, allermeistens zu den schönen und festlichen, aber auch zu traurigen, in so vielen schönen Gotteshäusern bei uns und auch auf Vereinsreisen gesungen. "Die Musik wecke in Menschen Emotionen, die Worte allein nicht ausdrücken könnten. Sie hat die Kraft, uns zu sozialisieren und zu strukturieren, bindet uns und macht uns alle gleich. Ungleich stärker und besser noch als das berühmte Bier an der Theke es kann", meinte Jürgen Scheele. "Frohsinn sei keine Ansammlung von Carusos oder Pavarottis" zitierte er weiter. "Die Motivation und Intension zu singen kann man wohl trefflich mit dem Zitat eines großen amerikanischen Schriftstellers beschreiben, der einmal sagte: "Nutze deine Talente, die du hast; unsere Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel singen würden. Doch wir haben sicher etwas Talent", so der Vorsitzende! Heinz-Georg Anschott stellte in seiner Laudatio fest, dass im Gründungsjahr des Quartettvereins der unvergessene Nat King Cole und der Jazztrompeter und Komponist Mercer Ellington geboren wurden und Igor Strawinsky seine berühmte Suite Nr. 2 zum Feuervogel veröffentlichte. Er merkte an, dass gerade in Burgaltendorf die Vereinskultur eine lange und gewachsene Tradition hat. Sie fortzutragen wäre gerade in unserer flüchtigen Zeit eine große Aufgabe, zumal es häufig an Nachwuchs fehle. "Sich immer wieder neu zu erfinden, Traditionen greifbar zu machen und sich gleichzeitig der Veränderung zu stellen – das macht den Quartettverein Frohsinn als Kooperationspartner der Stadt Essen zu einem echten Kulturbewahrer in unserer Stadt", meinte der Schirmherr. "Dass gerade Hundertjährige Qualitäten wie Zähigkeit, Beständigkeit und anhaltende Begeisterungsfähigkeit verfügen, haben Ü100-Persönlichkeiten wie Kirk Douglas, die Königin-Mutter oder Rose Kennedy eindrucksvoll bewiesen. Und wie andere Hundertjährige auch, hat Ihr Verein in den Jahren seines Bestehens viel erlebt: einen Friedensvertrag von Versailles, der nicht lange Bestand haben sollte, ein Wiederbeleben nach dem zweiten Weltkrieg, lange währende Bekanntschaften, die sich auf den vielen Chorreisen nach Polen, Ungarn, Italien oder Österreich entwickelten, umjubelte Weihnachtskonzerte, eindrucksvolle Gaststars wie Gunther Emmerlich und jede Menge Wettstreite, aus denen der Quartettverein nicht selten als Gewinner hervorging. Dies alles lässt sich nur realisieren, wenn Familien, Freunde und Förderer zur Seite stehen. Und dafür bildet die Dorfgemeinschaft auf der Ruhrhalbinsel den perfekten Rückhalt", stellte er fest. Bezogen auf die Wein-Qualität des Jahrgangs 1919 wünschte er ein spritziges Jubiläumsjahr, Weihnachtskonzerte mit Prädikat "cool im Abgang" und schloss mit den Worten: "Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe". Von der Essener Stadtspitze überbrachte der Erste Bürgermeister Rudolf Jelinek die besten Grüße an den Verein. Er hob hervor, dass in einer Zeit, die noch unter großen Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges stand, 12 Bürger aus dem damaligen Altendorf/Ruhr den Mut hatten, einen Männerchor zu gründen, der von Anfang an musikalische Akzente setzte und nach dem Ruhen der Proben während der Zeit des Zweiten Weltkrieges engagierter durchstartete. Ferner lobte er im Namen der Stadt Essen die Arbeit des Vereins; "das sei das Ergebnis von viel Herzblut und Teamwork". Sein Schlusswort soll Programm sein: "Bitte machen Sie alle unbedingt weiter so!" Manfred Kuhmichel, Bürgermeister für die Ruhrhalbinsel, überbrachte die Glückwünsche der Bezirksvertretung. Im Rahmen des Empfangs wurden auch Sänger für langjähriges Singen in einem Chor ausgezeichnet. Für die durch Krankheit abwesende Präsidentin des Chorverbandes NRW, Regina van Dinther, übernahm der Vorsitzende des Essener Sängerkreises, Klaus Springenberg, die Ehrungen für beide Verbände. Geehrt wurden für 40 Jahre: Hans-Günter Salzmann und Jürgen Scheele. Für 50 Jahre: Klaus Kairies, Günter Sander und in Abwesenheit Gerd Rotthaus. Für 60 Jahre: Hans Overdiek und für 65 Jahre: Helmut Bach, Heinz Follrichs und in Abwesenheit Werner Schüßler. Allen ein herzlicher Glückwunsch und ein Dankeschön für die Treue zum Verein. Mit der "Ruhrhymne", dem Steigerlied, wurde die offizielle Feier beendete und die Anwesenden zum Büffet gebeten.
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Von links: W. Kohlmann, M Kuhmichel, W. Isenmann, H.G. Anschott, R. Jelinek, P. Kösling, N. Wagner, J. Scheele, K. Springenberg

Ein Festival der Klänge

Grandioses Jubiläumskonzert zum Hundertsten

Wer dieses Konzert versäumt hat soll – nein muss sich ärgern, denn ein großer Aufwand wurde mit Künstlern und Chor, die sich in Bestform vorstellten, belohnt. Der große Europasaal des Congress Centers West der Messe Essen war bis auf einige wenige freie Plätze ausgebucht. Hierzu trugen allein fünf Charterbusse bei, mit denen unser Publikum zum Konzert transferiert wurde. Der Beginn des ersten Programmteils gehörte zunächst dem klassischen Bereich Lied und der Oper: In Reminiszenz an das erste Konzert des Quartettvereins im Oktober 1919 erlebte Beethovens "Die Vesper" eine Renaissance. Das sehr schwierige "La ci darem la mano" (Reich mir die Hand mein Leben) aus Don Giovanni wurde von Eva Lind und Luis del Rio mit Hingabe interpretiert. Das weitere Programm hatte Chorleiter Thomas Scharf sehr vielfältig aufgestellt und es wurde spektakulär. Eva Lind sang – begleitet von Ekaterina Shabanova - voller Inbrunst von Vilja, dem "Waldmägdelein", die German Tenors brillierten mit "Freunde, das Leben ist lebenswert", der Quartettverein ließ "Colonel Bogey" marschieren und erinnerte mit der Exodus Melodie an die Sehnsucht nach Heimat. Das fantastische Salonorchester Münster brachte die Zuhörer gleich zweimal zum Jubeln: Bei der schnellen Polka "Eljen A Magyar" und dem berühmten "Czardas" von Monti. Sologeigerin Freya Deiting zeigte ihr großartiges Können. Bevor sich alle Beteiligten zum großen Schlussbild auf der Bühne versammelten, erglänzten "Heimat, deine Sterne" und das "Wolgalied", gemeinsam von den German Tenors und dem Quartettverein gesungen. Mit dem abschließenden "Libiamo ne' lieti calici" aus der Oper La Traviata verabschiedeten sich alle Mitwirkenden unter großem Applaus in die Pause. Gleichwohl wie im ersten Programmteil erklang wieder eine Komposition von Ludwig van Beethoven. Aus seiner 9. Sinfonie ertönte die Europahymne "Freude schöner Götterfunken", dynamisch gesungen vom Quartettverein "Frohsinn". Die German Tenors erzählten mit der Canzone napoletana "Torna a Surriento" von der Sehnsucht nach Sorrent und Eva Lind glänzte mit der Arie  der Lauretta "O mio babbino caro" (O mein geliebter Vater) aus der Oper Gianni Schicchi. Das "Frohsinn" auch modern kann, bewiesen die Sänger eindrucksvoll mit den bekannten Popsongs "Halleluja" von Cohen und "You raise me up" von Loveland und Groban. Feurig und temperamentvoll zeigten sich im Mittelblock Eva Lind, die German Tenors, das Salonorchester Münster und der Quartettverein "Frohsinn" in unterschiedlichsten Besetzungsformaten wie z.B. bei "Tanzen möcht ich", "Ich hätt' getanzt heut' Nacht" oder "Im Feuerstrom der Reben". Mit blauem Himmel, weißen Wolken, schwarzen Augen, rotem Wein und von der roten Sonne, die im Meer versinkt, warb der Songtext des nächsten Liedes für eine Reise nach "Bella Italia", bei dem der Chor ebenso prächtig vom Publikum unterstützt wurde wie Eva Lind bei ihrem Medley aus dem Singspiel "Im weißen Rössl" von Ralph Benatzky. Die Arie „Nessun dorma“ aus der Oper Turandot ist für jeden Tenor eine Herausforderung. Johannes Groß hatte sie ins Programm genommen. Was soll man sagen? Es war Groß(artig)! Der Saal tobte! Der Glanz der Stimmen übertrug sich auch auf den Ohrwurm "Dein ist mein ganzes Herz" von Eva Lind und den German Tenors vorgetragen und das Orchester zauberte den argentinischen Tango Por una Cabaza auf die Bühne. Zum großen Finale fanden sich noch einmal alle Mitwirkenden auf der Bühne ein. Mit einem Medley aus "Maske in Blau" entführten Eva Lind, die German Tenors Johannes Groß und Luis del Rio, das Salonorchester Münster, Ekaterina Shabanova und Oliver Haug am Flügel sowie der Quartettverein "Frohsinn" die Zuhörer zum Schluss des Programms in die Welt der Operette. Ein begeisterndes, an Höhepunkten reiches Konzert ging unter Jubel und Standing Ovations des Publikums zu Ende. Doch ohne Zugaben kamen Solisten und Chor nicht von der Bühne. Ein Sonderlob an Hans-Günter Papirnik, der mit seiner Moderation hervorragend durch das Programm führte. Herausragend Chorleiter Thomas Scharf, der wie immer mit großem Einsatz seinen Quartettverein und das Orchester bei gemeinsamen Liedern sicher leitete und auch für das Programm und die Gesamtleitung zuständig war.

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